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15. Okt. 2020, 10:10 Uhr

Reinach erwartet einen hohen Verlust von über 11 Mio. Franken

Die Gemeinde Reinach rechnet als Folge der Corona-Pandemie mit weiter sinkenden Steuereinnahmen. Sie budgetiert daher für das Jahr 2021 einen hohen Verlust von CHF 11.017 Mio.

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie werden das Steuerergebnis in Reinach stark beeinflussen. Die Gemeinde Reinach hat verschiedene Szenarien anhand von Informationen von Unternehmen, Kanton und der BAK Economics errechnet. Da es äusserst schwierig ist, eine genaue Prognose zu erstellen, hat sich der Gemeinderat für ein möglichst wahrscheinliches und ausgewogenes Szenario entschieden.

Voraussichtlich deutlich weniger Steuereinnahmen
Die Erfolgsrechnung der Gemeinde Reinach weist für 2021 einen budgetierten Verlust von CHF 11.017 Mio. aus (Vorjahr CHF 2.044 Mio.). Buchgewinne aus Landverkäufen oder andere Sondereffekte sind im Budget 2021 keine geplant. Für den hohen Verlust verantwortlich sind insbesondere die Steuereinnahmen, die um CHF 9.8 Mio. tiefer budgetiert werden als im Vorjahr. Bei den natürlichen Personen wird mit einem Minus von CHF 3.6 Mio. gerechnet, da einerseits namhafte Personen aus Sport und Wirtschaft weggezogen sind, andererseits aber auch aufgrund des Corona-Effekts und dessen wirtschaftlichen Folgen. Bei den juristischen Personen wird sogar mit einem Rückgang von CHF 6.2 Mio. gerechnet. Hinzu kommen die Auswirkungen der Steuervorlage 17. Gegenüber der Rechnung 2019 beträgt die Reduktion gesamthaft indes nur CHF 2.9 Mio.

Weiter steigende Ausgaben im Bildungs-, Gesundheits- und Sozialbereich
In der Kostenrechnung nehmen die Kosten im Bildungs- und im Gesundheitsbereich weiterhin stark zu. Im Bildungsbereich wird eine Erhöhung von CHF 2.087 Mio. prognostiziert, u.a. für die Miete und Installation von Schulraumcontainern (Provisorien) während der geplanten Bauphase des Schulhauses Surbaum über CHF 1.750 Mio. sowie Mehrkosten von CHF 0.449 Mio. für die Bildung einer zusätzlichen Klasse und Mehrlektionen bei übervollen Klassen. Im Gesundheitsbereich wird mit einem Kostenanstieg von CHF 1.171 Mio. gerechnet, vorwiegend in der stationären Pflege. Infolge der Corona-Krise werden auch höhere Kosten im Sozialbereich über CHF 0.655 Mio. erwartet.

Providerwechsel bringt Mehreinnahmen
Ertragsseitig geht das Budget bei den Entgelten von Mehreinnahmen von CHF 3.63 Mio. aus. Der Providerwechsel von der InterGGA zur ImproWare AG per anfangs 2021 bringt der Gemeinde Reinach eine um CHF 0.619 Mio. höhere GGA-Provision ein. Auch die Anpassung des Wasserreglements wird mit CHF 0.610 Mio. mehr Einnahmen bringen.

Hohe Investitionen in den kommenden Jahren
Die Nettoinvestitionen belaufen sich bis 2025 auf CHF 73.8 Mio. Darin enthalten ist insbesondere der geplante Neubau des Schulhauses Surbaum mit CHF 50.4 Mio.

Gegensteuer durch Einsparungen und Ergebnisverbesserungen
Ausgelöst durch die Corona-Situation hat der Gemeinderat bereits im Mai 2020 Einsparungen für das laufende Geschäftsjahr vorgenommen. Diese sollen dazu beitragen, den Verlust der Rechnung 2020 im Rahmen zu halten. Zudem wurde das Projekt "Ergebnisverbesserung ab den Jahren 2022 und folgende" lanciert. Dieses wird in sehr enger Zusammenarbeit zwischen dem Gemeinderat und dem Einwohnerrat erarbeitet. Zusätzlich werden Möglichkeiten eines Netzverkaufs der GGA und ein PPP (Public-Private Partnership) zur Finanzierung des Schulhauses Surbaum sorgfältig geprüft. Trotz aller Massnahmen wird eine Steuererhöhung ab 2022 kaum zu vermeiden sein.
Der Gemeinderat hat das Ziel, in der laufenden Legislatur wieder ein ausgeglichenes Ergebnis zu erreichen und die weitere Verschuldung in Grenzen zu halten. Dazu müssen alle ihren Beitrag leisten. So wird Reinach weiterhin ein attraktiver Wohn- und Wirtschaftsstandort bleiben.

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