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3. Sep. 2020, 10:00 Uhr

Ein offener Brief von Melchior Buchs

Gemeindepräsident Melchior Buchs richtet sich in einem offenen Brief an die Reinacher und Reinacherinnen.

Liebe Reinacherinnen und Reinacher

Der Sommer neigt sich dem Ende zu. Trotz der allgegenwärtigen Präsenz des Coronavirus haben wir die Möglichkeit gehabt, den Sommer unter Beachtung der Abstands- und Hygieneregeln geniessen zu können. Die Entwicklung der Infektionszahlen macht uns aber bewusst, dass das Virus weiterhin unter uns weilt. Ein Ende ist noch nicht absehbar und die nahende kältere Jahreszeit, in der wir mehr Zeit drinnen verbringen, könnte dem Virus weiter Auftrieb geben. Diese Ausgangslage hat den Gemeinderat bewogen, Anlässe mit einer grösseren Anzahl von Personen auch weiterhin nicht durchzuführen. So wird die im Frühling verschobene Verleihung des Reinacher Preises auch in der zweiten Jahreshälfte nicht stattfinden können. Ebenso wird der traditionelle Neujahrsapéro abgesagt. Wir bedauern diese Absagen sehr, wollen aber keine unnötigen Risiken eingehen.

Im Rahmen des City-Clubs hat die Gemeinde zusammen mit kmu Reinach und der Bürgergemeinde die Aktion Richtung Zukunft gestartet, um das Reinacher Gewerbe zu stärken. Das erste Thema lautet: Bleiben Sie im Dorf! Wer in Reinach einkauft und seine Aufträge im Dorf vergibt, hilft allen auf dem Weg aus der Corona-Krise. Das schafft Arbeit und erhält somit Arbeitsplätze.

Auf dem Weg zur Normalisierung befindet sich das politische Leben in Reinach. Am 1. Juli erfolgte der Start in die neue Legislatur 2020 - 2024. Dem Gemeinderat gehören drei neue Mitglieder an: Ferdi Pulver, Peter Meier und Markus Huber. Auch in der neuen Zusammensetzung wird der Gemeinderat als Team die anstehenden Aufgaben und Herausforderungen angehen. Das wichtigste Geschäft der Legislatur 2020 - 2024 ist die Realisierung des Neubaus der Schulanlage Surbaum. Am 27. September findet dazu die Volksabstimmung statt. Es geht um einen Kredit von 48,98 Mio. CHF. Das ist für unsere Gemeinde finanziell ein grosser «Brocken», aber eine dringend nötige Investition in die Zukunft. Reinach wurde zu einem wesentlichen Teil in den 1960er- bis 80er-Jahren gebaut. Schulhäuser und Infrastrukturen stammen mehrheitlich aus dieser Zeit. Nach 50 Jahren ist jetzt eine Totalsanierung oder ein Neubau der Schulhäuser nötig. Beim Schulhaus Surbaum haben sich der Gemeinderat und Einwohnerrat für einen Neubau entschieden, weil eine Sanierung unverhältnismässig teuer wäre und das Schulhaus die heutigen Anforderungen an den Unterricht trotzdem nicht erfüllen könnte. In einer Zeit der Unsicherheit, wie wir sie im Moment erleben, eine solche Investition zu tätigen, mag auf den ersten Blick riskant erscheinen. Der Zustand des heutigen Surbaum-Schulhauses und der Wille der Reinacher Behörden, den Kindern und ihren Eltern zeitgemässe Schulanlagen zu bieten und gerade jetzt in der Corona-Zeit Arbeit für das Baugewerbe zu schaffen, haben auch den Einwohnerrat dazu bewogen, dem Investitionskredit mit nur einer Gegenstimme zuzustimmen. Unabhängig davon bleibt die finanzielle Situation von Reinach eine Herausforderung für die nächsten Jahre. Das Ziel des Gemeinderates ist es, wieder ein Gleichgewicht zwischen Einnahmen und Ausgaben zu finden.

Auch in dieser Legislatur hat der Gemeinderat ein offenes Ohr für Ihre Anliegen. Gemeinderat und Gemeindepersonal sind dankbar für Vorschläge und Hinweise auf Verbesserungsmöglichkeiten. Wir freuen uns, wenn das in einem anständigen Ton und nicht anonym geschieht. Auf anonyme Schreiben kann weder der Gemeinderat noch das Gemeindepersonal antworten oder eingehen.

Wir wünschen Ihnen eine hoffentlich freudvolle Spätsommer- und Herbstzeit.

Gemeinderat Reinach

Melchior Buchs
Gemeindepräsident

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